Mösengesundheit

Moin moin,
heute möchte ich ein Update zum Thema Bartholindrüse bzw Zyste und den Folgeerkrankungen wie Bartholinitis machen. Unter meinen bisherigen Videos zum Thema tauchen regelmäßig Fragen von euch auf.
Einmal vorab, ich bin keine ausgebildete Medizinerin, sondern gebe hier lediglich meine Erfahrungen und Gedanken wieder. Ich möchte einen Raum aufmachen und finde es wunderbar, dass viele von euch Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren ausgetauscht haben und hoffe, dass wir das hier auch machen können!

Nach der OP kommt die Wundheilung
Direkt nach der OP wirst du nichts von deinem Körper spüren, fang dennoch an zeitnah Schmerzmittel wie Ibuprofen zu nehmen und zwar ausreichend! Irgendwann klingt die Narkose komplett ab und dann sollte das Schmerzmittel wirken. Stress dich nicht unnötig mit Schmerzen, dein Körper hat genug anderes zu tun!
Am nächsten Tag wird damit begonnen deine Wunde zu spülen, zumindest wenn du eine Marsupialisation hattest und die Wunde offen verheilt. Je nachdem wie dein Verlauf ist kannst du das selbst machen. Nach 4-6 Wochen solltest du wieder normal sitzen können und auch wieder vorsichtig an das Thema Sex mit anderen denken können. Solosex ging nach ca 2 Wochen schon wieder, aber ganz vorsichtig.
Die 3. und 4. OP war das bei mir leider nur stationär möglich, weil die Zyste um das vorhandene Narbengewebe gewachsen ist. Das ganze ging vom Venushügel bis zur Pobacke und damit zu groß, sodass die Wunde im Krankenhaus versorgt werden musste und ich Opioide bekommen habe, damit die Wunde gespült werden konnte. Dabei wurde ich nicht über die Substanz und die Risiken aufgeklärt, aber auch wenn, sie waren dringen notwendig! Nach einer Woche konnte ich nachhause und ein Pflegedienst ist ein paar Wochen lang gekommen und hat mir dabei geholfen.
Das hat 8-10 Wochen gedauert, bis ich wieder normal sitzen konnte, Sex mit meiner Möse konnte ich ein paar Monate nicht haben, in der Zeit war aber Analsex möglich. Ich habe jedes mal mein Angebot so gestaltet, dass ich zumindest etwas arbeiten konnte und mit Massagen mein Geld verdient habe. 

Narben
Ich wurde bislang 4 mal operiert, 3 mal davon wurden mit einem Skalpell neben dem
Scheideneingang geschnitten. Von dort aus wurde die Zystenhaut in der gesamten Vulvalippe ausgeschabt, die heute von einem Strang Narbengewebe durchzogen ist, dass je nach Wetter und Stresslevel bis heute anschwillt, Schmerzen verursach. 

Ist so eine OP schlimm?
Für mich war der erste Eingriff mittel schlimm, aber jede Person hat da ein anderes
Empfinden! Eingriff 3 und 4 waren richtig furchtbar für mich. Besonders belastend habe ich empfunden, dass viele Ärzt*Innen nur von Ästhetik gesprochen haben und wirklich nie die Rede von Funktion bzw Empfinden war. Das ich meine Möse gerne weiterhin für Sex nutzen will und Angst habe empfindsames Gewebe zu verlieren wurde durch die Bank weg von allen Ärtz*Innen unkommentiert gelassen. Das eine Frau Angst hat ihr sexuelle Potenzial zu verlieren ist keine Frage mit denen sich Ärzt*Innen beschäftigen. Die Krönung waren Ärzte, die so getan haben, als wäre die Vulva schmerzunempfindlich. Auch in euren Kommentaren habe ich immer wieder von Gewalt gelesen, die Ärtz*Innen ausüben, indem keine Narkose gegeben wird.

Auswirkungen auf meinen Sex
Ich spreche mit meinen Sexualpartner*Innen nicht darüber und die meisten Menschen
sehen die Narben auch nicht zwischen den Vulvafalten. Nur wenn Menschen z.B. beim Fingern mit ihren Knochen darauf prallen oder anderes machen, was die Narbe reizen kann bzw ich Missempfindungen dort habe, sage ich kurz, dass ich da eine Narbe habe und sie diese Stelle bitte aussparen sollen. Im Eifer des Gefechts wird da auch nicht nachgefragt. Ich möchte meinen Sexpartner*Innen auch nicht darüber sprechen, dazu ist das Thema für mich zu emotional. Beim Vögeln ist es selten störend, viel Gleitflüßigkeit hilft. Wirklich einschneidend ist es beim Fisting. Das Narbengewebe ist nicht so dehnbar, wie das restliche Gewebe. Schwänze sind kein Problem, aber etwas hartes unnachgiebiges wie die Handknochen wird zu einer Herausforderung… Vor der ersten OP und den beiden letzten habe ich begonnen herauszufinden, wie ich squirte kann. Nach den Eingriffen habe ich das Gefühl dafür völlig verloren und es hat Jahre gedauert bis ich wieder dazu in der Lage war. Meine Arzt*Innen waren da auch keine Hilfe.
Heute habe ich den Stand von vor 9 Jahren wiedererlangt und kann wieder daran arbeiten und entdecken, was mein Körper da eigentlich kann. Letztendlich hat mich das in meiner Sexualität weit zurückgeworfen. 

Was hilft mir heute? Homöopathie
Es ist sicherlich bedenkenswert, wie diese Präparate in Deutschland als Medizinprodukt bzw
Arznei deklariert und vermarktet wird. Dazu kannst du dich auch hier informieren.
Immer wieder wird beim Thema Globuli gerufen: Keine Wirkung über den Placebo Effekt hinaus, das stimmt auch, dennoch ist das kein Grund Globuli für die Therapie von Krankheiten auszuschließen. Denn der Placebo Effekt eine belegte medizinische Therapieform, die Menschen dabei hilft Symptome zu lindern und sogar Krankheiten zu überwinden. Es gibt inzwischen Studien, die es vermuten lassen, dass das sogar funktioniert, wenn die Patient*Innen darüber aufgeklärt werden, dass es sich um eine Placebo Therapie handelt. Es sollte nicht die erste und einzige angebotene Therapieform sein, aber wenn schon große Teile der Vulva vernarbt sind, finde ich es legitim alternative Behandlungsmethoden in Betracht zu ziehen, auch wenn sie aus Zucker bestehen. Unter den anderen Videos haben betroffene Menschen auch andere Ansätze vermittelt, die geholfen haben. Zugsalben, Sitzbäder, Massagen… Lest euch da gerne mal ein bzw wenn du Erfahrungen damit hast schreib sie gerne unter dieses Video. Es gibt so wenig Infos zu dem Thema.