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Identitäsdiebstahl

Wie mir Josefa gestohlen wurde

Vor etwa einem Jahr begann es. Eine E-Mail mit dem Betreff „Match bei Bumble“ erreichte mich. Sofort war ich verwirrt, da ich mit Online-Dating und „Matches“ nichts am Hut habe. Meine Gedanken und Einstellungen zur Welt des Online-Dating habe ich bereits hier geteilt – definitiv nichts für mich.

Die E-Mail war von jemandem, der mich als Josefa Nereus kannte. Die Nachricht fragte mich, ob ich die Person hinter dem Profil sei. Dort waren meine Fotos zu sehen, die ich vor einigen Jahren für Werbung verwendet hatte, aber unter einem anderen Namen, an einem anderen Ort und für Dates, die über eine Datinplattform abgemacht werden. Ein unbehagliches Gefühl überkam mich, und ich konnte mir keinen Reim darauf machen, was das sollte. Jemand hatte meine Fotos und Textbausteine gestohlen, ein Profil erstellt und mit anderen auf einer Datingplattform kommuniziert. Selbst jetzt, während ich daran denke, überkommt mich ein unangenehmes Gefühl im Magen.
Nachdem ich den Support kontaktierte, wurde ich gebeten, meine Identität zu bestätigen, und innerhalb von zwei Tagen wurde das Profil gelöscht. Das Kopieren von Fotos von einer Webseite und deren erneute Veröffentlichung verstößt gegen das Urhebergesetz. Wenn damit auch noch eine falsche Identität geschaffen und Einnahmen erzielt werden, handelt es sich um eine weitere Straftat.

Vor einigen Wochen erhielt ich dann eine SMS von einem Mann, der mich auf einer anderen Datingplattform gefunden hatte und die Frage aufwarf: „Bist du die Person, die auf diesem Profil zu sehen ist?“ Wieder eine Datingplattform, wieder meine Fotos und Texte, wieder wurden Menschen mit meiner Sexarbeit-Identität angelockt. Ich bekam Angst und verstand nicht recht, was eigentlich passierte. Ich glaubte an einen Stalker.

Wenige Tage später erreichte mich in der Nacht eine wütende Nachricht auf meiner Mailbox. Neben all dem anderen Unheil, das mich in der Nacht erreichte, war dies besonders gruselig. Hinzu kamen SMS, in denen mir jemand Geld überweisen wollte, aber gleichzeitig behauptete, ich sei eine Betrügerin. Ich spürte eine tief enttäuschte Wut, die mich völlig überforderte und noch mehr Angst machte, weil ich mir das in keiner Weise erklären konnte, war ich doch sehr gewissenhaft mit meine Shopabwicklungen und Anzahlungen.

Ich kontaktierte eine Beratungsstelle für Sexarbeiter in Hamburg, und sie halfen mir, meine Ängste zu bewältigen. Wir kamen schnell zu dem Schluss, dass es sich um eine Masche handelte, bei der Sexarbeiter auf Datingplattformen nach Kunden suchten und diese im Graubereich der Branche bedienten, abseits der Behörden und der Polizei. Die Arbeitsbedingungen und die Akquise in dieser Umgebung sind äußerst problematisch.

Ich meldete der Plattform, was dort vor sich ging, und bestätigte meine Identität. Leider wurden nur einige Fotos entfernt, das Profil erhielt eine Warnung und wurde für 2 oder 3 Tage offline genommen. Nach der Wiederaktivierung postete die Person jedoch fröhlich wieder Kontaktanzeigen, um Treffen zu vereinbaren und verhöhnte mich n Postings, warum ich die Echtheit der Fotos anzweifele… Meine erneuten Hinweise offenbarten mir eine sehr widerliche Einstellung zur Bewältigung solcher Verbrechen seitens der Plattform. Mittlerweile ist das Profil gelöscht worden.

Wahrscheinlich ahnst du es bereits – dir wurde übel mitgespielt, jedoch NICHT von mir und auch nur falls du „mich“ auf einer Online Dating Seite begegnet bist!

Ich werbe ausschließlich auf Plattformen, auf denen nur Sexarbeit angeboten wird, und zahle für diese Werbung. Profile auf Datingplattformen werden nicht von mir erstellt oder betrieben und ich betreibe auch keine privaten Dating-Accounts. Seit 10 Jahren bin ich in der Sexindustrie tätig und habe mir einen Ruf für Zuverlässigkeit, Transparenz und Aufrichtigkeit erarbeitet. Ich habe kein Interesse daran, diesen Ruf für einige Betrügereien zu gefährden.

Falls du ein solches Profil mit meinen Fotos entdeckst, freue ich mich, wenn du mir den Link dazu sendest, damit ich dagegen vorgehen kann und das Profil gelöscht wird.

Es tut mir sehr leid, dass auch du mit dieser unangenehmen Situation konfrontiert wurdest. Ich verstehe, dass du frustriert und verärgert bist. Bitte habe Verständnis dafür, dass ich nicht die richtige Anlaufstelle bin, um deinen Frust abzulassen. Wie du, bin auch ich Opfer dieses kriminellen Verhaltens geworden.